Da ihr noch

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auf die Skodatour 2010 warten müsst, soll hier etwas für Kurzweil gesorgt werden.


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Hab ihr von Geschichten rund um euren Skoda zu berichten? Dann können diese hier veröffentlicht werden.

Glückspilz

22.08.09

Wahrscheinlich bin ich ein Glückspilz!Oldtimer haben es mir angetan: Mein Erster war ein Renault R 16 TL, von 1972.Dann kam später, ein Opel Olympia Rekord, von 1964.Zuletzt nannte ich, einen Volkswagen Caddy 1(Pickup), von 1987, mein Eigen.Immer als Zweitwagen.
Der Caddy, ist seit 4 Monaten verkauft- und ich bekam einen, immer stärker werdenden Oldtimerentzug.Vor einer Woche, klicke ich mich, durch die Oldtimerangebote bei mobile- und sehe plötzlich, einen wunderhübschen Skoda Octavia 1.2 Kombi, von 1966.Vollrestauration - wie neu.
Habe in Berlin angerufen: Er war noch zu haben!Vorgestern sind wir, meine Frau und ich, mit dem ICE, nach Berlin-Spandau gefahren, haben das Auto gekauft - und mittags Richtung Bonn gestartet.Der Skoda ist brav gelaufen.Um 23 Uhr, waren wir zu Hause.Das war Dienstag, der 18. August 2009.
Am Mittwoch wurde dann, beim Strassenverkehrsamt angemeldet.
Die Restauration, ist umfassend, auf CD, festgehalten worden.Wurde bei einem Skoda-Händler, in der Nähe von Rostock durchgeführt.Und tatsächlich: Der Skoda steht da, wie aus dem Ei gepellt.Gewöhnungsbedürftig, war die "spiegelverkehrte" Schaltung: 1. Gang, rechts hinten, 2. Gang, rechts vorne, 3. Gang, links vorne, 4. Gang , links hinten, Rückwärtsgang, links aussen hinten.
Als einziges Malheur, ist uns, auf der Fahrt, von Berlin nach Bonn, an der Rückenlehne des Fahrersitzes, ein Flacheisen, vom Sitzgestänge gebrochen.Die Rückenlehne, ist nur noch, auf der linken Seite befestigt.Rechts wackelt sie.Habe das, provisorisch, fest verkeilt.Mal sehen, ob man das schweissen kann, oder ob iich, ein komplettes  neues Sitzgestänge brauche.
Die Wahl, der "richtigen" Versicherung, war etwas problematisch, denn ich habe vor, den Skoda, als Alleinfahrzeug, im Alltag, zu fahren.Somit entfiel die Oldtimerversicherung, weil man da, ein Erstfahrzeug haben muss.
Habe dann, bei meiner bisherigen Versicherung nach gefragt- und siehe da: Dieses 43 Jahre alte Auto, existiert , noch immer, in deren Computern.Und spottbillig: Zahle, bei 40%, 100 Euro IM JAHR!
 
Freue mich sehr, auf die Zeit, mit unserem Skoda!(Tour 2010)
 
 
Beste Grüsse,
 
Ulrich Koppel, Bonn


Teil 2 - Havarie

Heute war kein guter Tag, nein wirklich nicht.
17.3.2009
Geplant war, mit Bloggerkollege Sebastian Mai diverse Regale in seiner Werkstatt aufzubauen. Vier Hände bewegen mehr als zwei. Leider wurde mein Feierabend deutlich in Richtung Sonnenuntergang verschoben. Soweit ist das ja noch erträglich. Nach Feierabend wollte ich mit meinem West-Skoda in die Stadt fahren und einige Sachen erledigen. Die Batterie ist etwas müde, nach längerem Orgeln sprang er an, eigentlich wie immer. Auf dem Weg lassen komische Geräusche aus dem Maschinenraum nichts Gutes erahnen. Dazu ruckelt das Auto ganz fürchterlich. Ein kurzer Zwischenstop, aber ich konnte nichts feststellen, soweit das überhaupt am Straßenrand möglich ist. Der Entschluss schnellstmöglich in die heimische Garage zu fahren war auch schnell gefasst.
Ich rolle auf eine rote Ampel zu, Ruckeln, kratzende Geräusche... Plopp... Der Motor stirbt ab. Wäre ich im Trabant unterwegs gewesen, wäre mir als erstes "Motor fest" in den Sinn gekommen. Aber das bei einem Viertakter? Wohl kaum.
Ich stehe also mit Warnblinkanlage und offener Motorhaube vor der inzwischen wieder roten Ampel. Zumindest mitleidiges Lächeln der anderen Verkehrsteilnehmer ist mir sicher. An Anlassen war nicht zu denken. Die fleißig blinkende Warnblinkanlage scheint der Batterie die letzten Reserver zu entziehen. Nix zu machen.
Flamme und Ruß
Immerhin ist in 500m Entfernung die Filiale einer großen Autoteile- und -zubehörkette zu sehen. Ich schiebe meinen Skoda also erstmal auf den Bürgersteig, rufe meinen Bruder an, er kann mich die paar Meter zum rettenden Tresen des Batteriefachverkäufers schleppen. Die neue Batterie ist schnell eingebaut, Startversuch. Orgeln, Choke auf und zu... Er springt nicht an, aber wenigstens sind Wasserpumpe und Lichtmaschine gesund, und auch der Motor ist nicht fest.
Dann ein ohrenbetäubender Knall, eine saftige Stichflamme und eine tiefschwarze Rußwolke aus dem Auspuff. Alles schaut mich vorwurfsvoll an. Da ist die Diagnose schnell gefunden. Der Zündverteilerantrieb scheint nicht so zu funktionieren, wie er eigentlich sollte. Der Funke springt zwar über, aber nicht dann, wann er soll. Die kratzenden Geräusche: das war die Antriebsschnecke, oder das Antriebszahnrad, das wohl um einige Zähne übergesprungen ist.
Es hilft nix. Ich stehe vor einer Werkstatt, gehe aber auf das Angebot des Verkaufspersonal, gleich mal nach dem Schaden zu schauen, nicht ein. Per Abschleppseil verlässt mein Skoda den Hof in die heimische Garage. Nunja, morgen werd ich die Sache auseinander nehmen und natürlich berichten.
Hab ich schon erwähnt, dass zu allem Übel auch noch der Akkumulator meines Handys aufgegeben hat? Ich konnte nicht mal Fotos für den Blog machen.
Wahrlich, kein schöner Tag.

Teil1 - Der West-Skoda

Irgendwas liegt in der Luft. Jetzt hat auch Ost-Blogger Carsten Braun einen Blindkauf übers Internet gemacht. Seufz ... predigen wir gegen Wände?
10.2.2009
Hat mein Blog-Kollege Carsten Braun doch wieder einen Coup gelandet ... und zwar genau so, wie man es NIE, NIE machen soll: Internetkauf, Sofortkauf-Option und ohne das Fahrzeug gesehen zu haben.
Einen 1988er Skoda S120 L – die letzte Heckmotorvariante aus Mlada Boleslav in ihrer letzten Weiterentwicklungsstufe. Mit gültiger HU und angeblich auch fahrbereit. Auf die Frage, wo der BMSR* denn stehe, kam „Düsseldorf“ als Antwort...und ob ich denn mitkäme, es werde ja schließlich ein langer Tag ...

*BSMR = Böhmisch-Mährischer Schnellroster (historisch belegter Schimpfname) [Anm.d.Red.: Mir gegenüber wurde dieser Name immer mit großer Zärtlichkeit geäußert.]
Klar komm ich mit – logisch! Und so standen wir gegen 7 Uhr mit zwei Fahrkarten, Proviant und Fotoausrüstung auf dem Zwickauer Hauptbahnhof und versuchten irgendwie munter zu wirken ...
[Anm.d.Onl-Red.: Zombieblick, der Wecker klingelt noch im Hinterkopf nach und die Welt sieht irgendwie schief aus - jawoll, das ist der zünftige Auftakt für eine Fahrt ins Ungewisse]
... ohne Erfolg.
Erstaunlicherweise ging die Fahrt sogar pünktlich los und nach einer Weile stellte sich Abteil-Gemütlichkeit ein.
Kurz vorm Zwischenziel Weimar zeigte Carsten dann bereits ein solches Sieger-Grinsen, daß mir ganz bänglich wurde.
[A.d.O-R: In der Wärme eines bequemen Bundesbahnsitzes lässt es sich leicht siegessicher sein. Wart nur bis das Tageslicht kommt ...]
Mir fielen schlagartig alle Möglichkeiten ein, bei so einer Aktion übers Ohr gehauen zu werden ... 500 km Bahnfahrt für 500 kg Rost zum Beispiel. Oder all die Katastrophen, die unsere geplante Heimfahrt auf eigener Achse und mit Kurzzeitkennzeichen (das wir noch nicht mal hatten!) würzen könnten ...
Mehr als Vorschaubilder hatte ich ja nicht gesehen – und Carsten auch nicht, dieser Chaot!
Willkommen in Düsseldorf
Gegen 14 Uhr waren wir minutengenau in Düsseldorf, den Blick der Zukunft zugewandt.
[A.d.O-R: Gleich rennt ihr ins Unglück! Ich weiß es!]
Laut Plan ging es nun noch um zwei km Fußmarsch zum Skoda-Autohaus. Immerhin – das beruhigte dann doch ein wenig - der Verkäufer ist hauptamtlich bei Skoda in Düsseldorf tätig, was der Sache doch einen seriösen Anstrich gab. DER wird ja nun hoffentlich nichts zu verbergen haben, wenn er seinen Käufer hochoffiziell ins Autohaus bestellt.
Neben der Tatsache, daß wir trotz modernster Navigationstechnik erst mal am Ziel vorbeilatschten, gabs auch zwei nette "Fundstücke" am Wegesrand. Eine kleine Käferausstellung incl. eines (angeblichen) 1943er Zivil-KdF-Wagens beim örtlichen VW-Vertreter ...
... und einen C-Kadett im Alltagsbetrieb.
[Gleich kommt der Schicksalsschlag! Gleich! Gleich!]
Steinbraun aber gut in Schuss
Schließlich standen wir vorm Objekt von Carstens Begierde.
Und das sah in werksoriginalem "Steinbraun" tatsächlich so aus wie beschrieben ... top in Ordnung, abgesehen von zwei Roststellen, die der Verkäufer erwähnt hatte.
[Das gilt nicht! Das ist gegen alle Regeln!]
Während der Formalitäten stellte sich heraus, daß dieser 120er Skoda tatsächlich eine bundesdeutsche Erstzulassung hatte. Jemand hat wirklich im Jahre 1988 einen tschechischen Neuwagen geordert – im tiefsten Westen.
Daher vielleicht auch das 5-Ganggetriebe. Das gabs nämlich beim 120L im Osten nicht.
[Aber auf der Rückfahrt! Dann kommt die Katastrophe!]
Freund Carsten vertiefte sich umgehend in die Literatur, der Verkäufer besorgte schnell das Kennzeichen ... alles lief verdächtig glatt.
Kurzer Technik-Check, ein paar Fotos und schon waren wir wieder unterwegs. Erster Halt Tankstelle.
Danach ab auf die Bahn und mit Tempo 120 in Richtung Heimat: 500 km Go East.
Ein braves, zuverlässiges Auto.
Und immer noch dieses Sieger-Grinsen … untermalt vom panzerähnlichen Brabbeln des Heckmotors.
Alles verlief planmäßig, keine Pannen oder Schäden – Carsten hatte recht behalten. [A.d.O-R: schluchz grein ... warum gelingt das immer allen anderen, nur ich fall immer wieder rein?] Gegen 1 Uhr nachts kamen wir wieder in Zwickau an. Dieser Glückspilz! Nun fährt er also auch noch Skoda und ich bin schon gespannt, was er sich als nächstes holt. So wie er immer noch guckt, hat er schon wieder Ideen ...
Es muß nicht extra erwähnt werden, daß ich an diesem Tag deutlich weniger Glück hatte. Der Trabant P50 Kombi von 1960, den wir auf dem Rückweg noch schnell begutachteten, stellte sich als teurer Betrugsversuch heraus. Aus "alles original" in der Anzeige wurde "gar nichts mehr original". Aus "leichtem Rost" wurde ein Totalschaden. Zur Restaurierung hätte man wohl nur noch Kehrschaufel und Besen benötigt ... ein Foto von dem Ding konnte ich meiner Kamera wirklich nicht zumuten ... [Anm.d.Onl-Red.: Uff! Wenn der Kollege Mai auch noch Glück gehabt hätte, hätte ich auf der Stelle meine Rente eingereicht.]
Aber dafür hab ich es nicht so weit in die Heimat des BMSR - und wenn ich erst Tschechisch gelernt habe, wird der Kollege Carsten mich noch brauchen. Für die Ersatzteilbeschaffung – jawohl.